Wie authentisch können Businessfotos überhaupt sein?

Foto: Official White House Photo by Pete Souza

In meiner ersten Berufsphase als Fotojournalist war authentisch vor allem eins: Das Geschehene nicht verfälschen, nicht beeinflussen, so wiederzugeben wie es war. Bildbearbeitung: Nur technischer Natur: heller dunkler, Farben und Beschnitt. Alles andere führte sogar zur Kündigung. 

Dabei gab es auch damals schon unter den Kollegen*innen die Diskussion,  inwiefern die pure Anwesenheit schon die Situation verändert. Denn die Politiker*innen, die Stars und Sternchen wussten genau: Jetzt werden wir fotografiert, da verhalten sich die meisten ganz automatisch anders. 

Warum sind manche Fotos authentisch, manche weniger? 

Im Fotojournalismus fallen uns immer wieder Bilder auf, die uns das Gefühl geben: 

Wir haben gerade durchs Schlüsselloch geschaut. 

Die keine arrangierte Situation zeigen, sondern den Moment. Ich denke da an die Bilder von Obama im Weißen Haus oder den Kniefall von Willy Brandt. 

Die Bilder atmen gerade zu Authentizität. 

Solche Bilder entstehen dann, wenn für den Moment die Anspannung fällt. Wenn wir aus der Situation heraus handeln und das fotografiert werden vergessen. 

Oder, wie in Obamas Fall, zwischen Protagonist und Fotograf ein großes Vertrauensverhältnis besteht. 

Wir haben oft die Angst bei unseren Businessfotos den „Vorhang“ fallen zu lassen. Etwas von uns preis zu geben, was da (angeblich) nicht hingehört. Dabei verhängen wir dabei oft das was uns eigentlich ausmacht: Unsere Menschlichkeit. 

Die brauchen wir im Business genauso wie in der Politik. 

Auch
interessant